Das Fach Werte und Normen

Das Fach Werte und Normen wird ab dem 5. Jahrgang mit 2 Stunden (= 1 Doppelstunde) in der Woche unterrichtet. In der Regel gibt es zwei Kurse pro Jahrgang, in denen jeweils zwei Klassen zusammen lernen. Aktuell findet jedoch im Jahrgang 7 und 8 aus schulorganisatorischen Gründen kein Werte und Normen Unterricht statt.

Im Gegensatz zum Religionsunterricht setzt sich das Fach Werte und Normen auf Grundlage religiöser Neutralität mit unterschiedlichen Wahrheitsansprüchen auseinander. Hierbei lernen die Schülerinnen und Schüler zwar die unterschiedlichen religiösen und weltanschaulichen Wahrheitsansprüche kennen, jedoch wird keine spezifische Position gelehrt. In diesem Sinne leitet der Unterricht im Fach Werte und Normen zur Reflexion über die verschiedenen Orientierungen in der Absicht an, diese bezüglich ihrer Plausibilität, ihrer sozialen Zumutbarkeit sowie ihres Sinnpotenzials zu unterscheiden. Er vermittelt den Schülerinnen und Schülern die Einsicht, dass es konkurrierende Wahrheits- und Weltauffassungen gibt. Diese erfordern einerseits eine Standortbestimmung und andererseits eine Haltung, die von Empathie und Toleranz geprägt ist. Somit soll dadurch die Bereitschaft zu reflektiertem und verantwortungsbewusstem Handeln sich selbst und anderen gegenüber gefördert werden.

Das Fach setzt sich nicht nur mit altersgerechten adäquaten Problemstellungen und Fragen der Religions- und Gesellschaftswissenschaften auseinander, sondern nimmt insbesondere auch Fragen der Moralphilosophie bzw. Ethik in Blick.

In diesem Sinne trägt das Fach Werte und Normen zu einer differenzierten Auseinandersetzung sowohl mit individuell-existenziellen als auch mit gesellschaftlich-globalen Problemfeldern bei und fördert dadurch die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler. Diese sollen ein die eigene Persönlichkeit bejahendes und stabiles Ich entwickeln, das sich in Gegenwart und Zukunft den zwischenmenschlichen und gesellschaftlichen Anforderungen zu stellen weiß. Die Thematisierung sozialer, ökonomischer, ökologischer und politischer Phänomene und Probleme der nachhaltigen Entwicklung leistet einen Beitrag, um wechselseitige Abhängigkeiten und Wertmaßstäbe für eigenes Handeln zu erkennen sowie ein Verständnis für gesellschaftliche Entscheidungen zu sensibilisieren.
Wir möchten die Schülerinnen und Schüler ermuntern, nachzudenken, Fragen zu stellen und nach Antworten zu suchen. Deshalb wollen wir darüber gemeinsam ins Gespräch kommen. Wir bieten den Schülerinnen und Schülern aus unterschiedlichen, auch kontroversen, Perspektiven vielfältige Inhalte, durch die sie Antworten für sich und ihr Leben finden können. Hierbei möchten wir gemeinsam eine Haltung der Achtung und Toleranz einfordern, damit sie lernen, andere Vorstellungen, Meinungen und Antworten ohne Angst wahrzunehmen und zu achten. Dazu sind auch äußere Zeichen unserer Arbeit im Schulleben wichtig.

Daraus ergeben sich folgende Kompetenzbereiche, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler im Werte und Normen Unterricht auseinandersetzen:

Fragen nach dem Ich
Fragen nach der Zukunft
Fragen nach Moral und Ethik
Fragen nach der Wirklichkeit
Fragen nach Orientierungs-möglichkeiten

In allen Jahrgängen werden diese genannten Kompetenzen vermittelt und geübt. Dabei bieten die jeweiligen Schulbücher aber verschiedene Themenbereiche an (sowohl für den Hauptschul- als auch für den Realschulzweig), aus denen die folgende Übersicht einen Ausschnitt zeigt:

Jahrgang 5/6 = Ich und meine Beziehungen / Glück und Lebensgestaltung / Regeln für das Zusammenleben / Leben in Vielfalt / Aspekte von Religionen und Welt-anschauungen

Jahrgang 7/8 = Das Ich und seine sozialen Rollen / Konstruktiver Umgang mit Krisen / Liebe und Sexualität / Menschenrechte und Menschenwürde / Leben in religiös und weltanschaulich geprägten Kulturen

Jahrgang 9/10 = Entwicklung und Gestaltung von Identität / Verantwortung für Natur und Umwelt / Ethische Grundlagen für Konfliktlösungen / Wahrheit und Wirklichkeit / Deutungsmöglichkeiten und -grenzen von Religionen und Weltanschauungen