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Funknacht

Am 30.06.23 trafen sich 8 interessierte Schülerinnen und Schüler um 16 Uhr im Schulgebäude. Außerhalb der offiziellen Schulzeiten freiwillig das Schulgebäude betreten? Ja – das gibt es! Der Grund ist das gleiche Interesse: Amateurfunk…. Bei uns gibt es mehrere Amateurfunk-AGs in denen gelötet und gefunkt wird. Unter Anleitung vom Leiter dieser AGs (DF8OE Andreas Richter) lernen diese Schülerinnen und Schüler Dinge rund um Elektronik und drahtloser Übertragung.

Weltweiter Funkverkehr findet auf Kurzwelle statt. Der Unterschied zu Handykommunikation und Internet: Man benötigt dazu keinerlei externe Infrastruktur. Die Gesprächspartner benötigen nur ein Kurzwellenfunkgerät, einen „langen Draht“ als Antenne und eine Stromquelle – eine Autobatterie reicht völlig aus. Dumm nur dass die Kurzwellenausbreitung von der Tageszeit abhängt und nachts für gewöhnlich kein Unterricht stattfindet – und die interessantesten Gespräche mitten in der Nacht möglich sind…

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Unter diesem Wissen machte einer der Schüler schon vor Corona den Vorschlag: Warum treffen wir uns nicht in der Schule und machen eine „Funknacht“? Corona vereitelte zunächst das Projekt – aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben…. Und so standen sie nun alle da, ausgerüstet mit Schlafsäcken, Luftmatratzen, Decken (es war sogar ein Feldbett dabei), Chipstüten und ganz viel Enthusiasmus… Nach dem gemeinsamen Aufbau des Funkpavillons auf dem an das Schulgebäude angrenzen Bolzplatzes wurde die selbstgebaute Vertikalantenne aufgerichtet – dafür brauchte man schon viele Hände. Eine 16m hohe Antenne aus GFK-Elementen mit Abspannungen ist nicht alleine aufzubauen… Nach erfolgreichem Einrichten der Kurzwellenstation (ein ICOM IC-725 zum senden/empfangen und ein Direktwandler SDR (ein Prototyp eines von DF8OE selbstentwickelten Funkgerätes mit 192kHz Spektrum/Wasserfall zur Bandüberwachung) war es immer noch ein paar Stunden hell – die Zeit wurde für eine 80m Fuchsjagd genutzt.

In einer „Fuchsjagd“ müssen die Teilnehmer mit einem Peilempfänger vorher versteckte kleine Sender (die Füchse) finden. Mit je einem Empfänger und einem PMR-Handfunkgerät ausgerüstet wurden die Schülerinnen und Schüler in drei Gruppen, begleitet von Funkamateuren des Ortsverbandes Sulingen I40 „auf die Jagd geschickt“… Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hatten sie aber schnell den Dreh raus und mit jedem weiteren Fuchs ging es präziser und schneller… Alle fanden die 5 Füchse und stärkten sich vor dem Einbrechen der Nacht mit Pizza und Cola. Gegen 22 Uhr nahmen sie dann den Funkbetrieb auf: DL0CPS / DN6OE ging „on air“. Es wurde auf 20m gearbeitet, wobei auch nicht davor zurückgeschreckt wurde selbst zu rufen.

Fast wie Profis beobachteten die Schüler den SDR-Wasserfall und suchten interessante Peaks und freie Frequenzen, bedienten den Antennenumschalter und setzten ihre Anrufe ab. Es wurden etliche Sprechfunk-Gespräche abgewickelt. Zwischendurch entfernten sich Schüler um kurz zu schlafen, um dann 15 Minuten später wieder da zu sein. Bei anbrechendem Tageslicht (so gegen 4 Uhr) übermannte die Müdigkeit dann den Letzten: ab zum Schlafen. Abgeschlossen wurde die Funknacht am Samstag mit 10m Betrieb einer Schülerin von 9 Uhr bis 11:30.

Es war eine entspannte Stimmung mit einem „leuchtenden Funken von Gemeinsamkeit“! Alle waren sich nach dieser Aktion einig: es war ein tolles Erlebnis. Einige hätten sich „mehr Gespräche“ erhofft – aber so etwas kann man nicht steuern.

Andreas Richter DF8OE, Leiter Amateurfunk-AGs

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